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Bedürfnisse und ihr Ursprung 

Momentan arbeite ich Teilzeit an einer Schule als Schulbegleitung. 

Es ist eine schöne Arbeit, die auf allen Ebenen erfüllend sein kann, da ich viel von den Lehrern und den Kindern lernen darf. 

Natürlich gibt es aber auch Tage, die sehr Herausfordernd sind. Das sind Tage an denen ich an meine Grenzen komme. 

Dies sind aber auch die Tage, die viel in mir bewegen. Tage, die Themen und vorher verborgene Bedürfnisse und Grenzen meines Wesens zum Vorschein bringen. 

Seitdem beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema Grenzen, Feldstrukturen und Bedürfnisse. 

Das schönste ist, dass mir während der kurzen Zeit in der ich dort bin schon bewusst geworden ist, was sich alles schon in manchen Schulsystemen verändert hat. 

Zum Beispiel bekommen die Kinder an der Schule, für die ich arbeite viel mehr Raum, um zu lernen in sich zu fühlen, Bedürfnisse zu kommunizieren und diesen auch nach zugehen. 

Das ist wirklich schön mit anzusehen und ich musste zu Anfang schon wirklich staunen, denn die Räume, die dadurch geöffnet wurden in den Kindern und auch generell sind heilsam und frei. Die Kinder lernen dadurch schon von der ersten Klasse an, dass es okay ist mal einen schlechten Tag zu haben und das auch zu kommunizieren. Sie lernen, dass es okay ist über ihre Gefühle zu sprechen und sie auch mitzuteilen, ohne das sie dafür verurteilt werden. 

Was für ein Segen das mit ansehen zu dürfen. 

Ich bewundere die Lehrer/innen und die Arbeit, die sie mit den Kindern machen, auf allen Ebenen des Seins. Sowie ich auch die Bereitschaft der Kinder und deren Offenheit bewundere sich auf alles so frei und ohne Urteil einzulassen. 

Das ist wirklich eine fantastische Geschichte, wenn ich das mal so sagen darf. 

Natürlich gibt es solche und solche Tage und Lehrer und Kinder sind Menschen und die Menschlichkeit erzeugt eben auch manchmal Reibung und die ein oder Träne, aber auch das gehört dazu. 

Und auch das wird angenommen und verziehen, denn wir sind alle Menschen und der Mensch ist eben hier um die Fehlbarkeit zu leben und Erfahrungen zu sammeln. 

Ich bin in einer sehr interessanten Rolle als Schulbegleitung, weil ich unterstützend für Kinder und Lehrer wirke und mein Bestes gebe, um beiden Parteien auf meine Art zuzuarbeiten und sie zu unterstützen, wo ich kann und wo es nötig ist. 

Eine Erfahrung, die manchmal auch eine Gratwanderung ist, denn ich kann in bestimmten Momentan auf eine gewisse Art und Weise wirken und unterstützen. 

Mir ist viel bewusst geworden über die Art und Weise, wie ich eingesetzt werden. Meist haben die Lehrer/innen ein sehr gutes Gefühl dafür wie und wen ich gerade unterstützen kann, das fühlt sich dann auch genau richtig an in dem Moment. 

Ich habe aber auch schon erlebt, dass ich manchmal gebeten wurde etwas zu tun, was ich gar nicht tun wollte, weil ich zu manchen Kindern noch keinen Zugang habe und da weiß ich noch nicht inwiefern ich das kommunizieren kann und darf. 

Manchmal ist das total absurd, weil den Kindern auf diese schöne Art und Weise beigebracht wird ihre Bedürfnisse zu ehren und zu kommunizieren und dann bin ich da und ich werde quasi mit einer bestimmten Intention/Aufgabe zu einem Kind oder einem Ort geschickt. Viele Fragen mich, ob das in Ordnung ist, ich sage oft ja, weil ich wirklich fühle, dass ich die Situation handeln kann und manchmal sag ich es aber auch, weil gar nicht weiß, ob ich überhaupt nein sagen kann und auch weil ich Angst davor habe, was passiert, wenn ich nein sage. 

Es ist auch eine Herausforderung für mich und ich werde dadurch auch sensibilisiert mehr auf meine Bedürfnisse zu hören. Aber ich habe auch nunmal eine Aufgabe und die ist es unterstützend zu wirken und zu handeln. 

Ich habe mir fest für die Zukunft vorgenommen mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu achten und zu hören, um diese auch auf neutrale Art und Weise kommunizieren zu können. 

Mir ist auch bewusst geworden, dass viele Lehrer alles geben und mit Herz und Seele dabei sind und auch, dass sie dadurch manchmal ihre eigenen Bedürfnisse hinten an stellen. 

Das ist ja nichts neues bei unserem alten Gesellschaftsmodell, aber ich würde es schon gerne sehen, dass Menschen die so eine schöne Arbeit machen und die Generationen, die unsere Zukunft prägen und kreieren, auch Raum bekommen oder sich Raum nehmen ihre Bedürfnisse zu ehren und zu achten. 

Momentan gefällt mir das, was ich mache sehr gut, weil ich mich auch gesehen und respektiert fühle auf allen Ebenen des Seins. Mir wurde aber auch wieder bewusst, wie schwer es mir immer noch fällt ganz normal meine Bedürfnisse zu kommunizieren.

Manchmal fühle ich, ist da immer noch das kleine Mädchen, das Angst davor hat, das ihr Papa sauer wird, wenn sie etwas bestimmtes sagt, oder ein Bedürfnis äußert. 

Manchmal fühle ich noch Mitleid für dieses Mädchen, das ich war, auch wenn ich weiß, dass es nie gut ist Mitleid für etwas oder jemanden zu empfinden, weil man sich dadurch drüber stellt. Und ich weiß auch, dass mein kleines ich nicht wirklich eine Wahl hatte, denn sie kannte ja nichts anderes, als das, was eben da war. 

Trotz allem, oder genau deswegen ist es umso schöner zu sehen, wie diese Kinder groß werden und wie viel Raum ihnen auf allen Ebenen gegeben wird. 

Aus diesem blicke ich trotz aktuellen Weltgeschehen mit Freude in die Zukunft und ich bin gespannt, was diese Generation für Schätze in die Welt trägt und auch darauf, wie diese Schätze unsere Welt gestalten und formen auf allen Ebenen des Seins. 

Und auch, wenn ich nicht damit aufgezogen wurde auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten und diese zu kommunizieren, so wie meine Eltern auch nicht damit groß worden sind, das zu machen und deren Eltern und Großeltern ebenso wenig, sind wir doch alle den Weg des Herzens gegangen und haben oder geben auch jetzt noch, das was möglich ist. 

Und so, wie ich erst relativ spät erkannt habe, was die Generation meiner Eltern und Großeltern auf allen Ebenen geleistet haben, frage ich mich jetzt, ob und wann es diesen Momenten in den nachfolgenden Generationen geben wird. 

Ich lerne sehr viel und bin sehr dankbar für alle Erfahrungen und Erlebnisse, besonders auch für die Grenzerfahrungen und Herausforderungen des Lebens, auch wenn mein menschliches Selbst in diesen Momentan ganz und gar nicht begeistert ist, von dem, was sich gerade abspielt. 

Wie es wohl mit dieser Generation und meinen Erfahrungen und Erlebnissen weitergeht? 

Lasst es uns herausfinden. 

Ich halte euch auf dem Laufenden. 

Wie erlebt ihr die jüngeren Generationen und wurde ich auch, so wie ich dazu erzogen eure eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen? 

Schreibts in die Kommentare, ich freue mich und antworte auch immer. 

Ich küsse eure Herzen, ihr Wunder auf der Welt. 

In Liebe, 

Janine 

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