Und was es wirklich bedeutet Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen
Meine Kindheit war sehr speziell. Genauer gesagt, war sie mit 9 Jahren vorbei.
Und auch, wenn ich mit neun Jahren noch nicht einmal ein teenager war, habe ich zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben sehr viel Verantwortung übernommen.
Mein inneres hat sich gesehnt, nach Sicherheit in einer total chaotischen und unvorhersehbaren Situation.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das ganze Leben unvorhersehbar ist.
Damals dachte ich nur, eben war noch alles schön und jetzt ist auf einmal alles anders und hinzukam, dass etwas in mir immer wusste, dass alles nie mehr so sein würde, wie es war.
Und auch, wenn es nicht perfekt war, die Situation vor dem Chaos, war sie bis dahin alles, was ich kannte und deswegen hat sie mir natürlich auf eine Art Sicherheit vermittelt.
Es war beängstigend mit 9 Jahren nicht zu wissen, wie es mit dem Leben weitergeht.
Es war beängstigend nicht mehr in das alte zu Hause zurückzukehren zu können.
Und auch, wenn wir damals mit meiner Mutter eine neue Wohnung gefunden haben, war doch alles neu und anders als damals in unserem Haus.
Es folgten viele Jahre, die von Chaos und Instabilität auf allen Ebenen durchzogen waren. Jahre, die mein Wesen, mein Verhalten und somit mein Leben geformt haben.
Jahre in denen ich mich gefragt habe, ob das alles immer so weitergeht, oder ob es eine Tür gibt in eine andere Welt. Eine andere Art zu Leben, denn schon damals wusste ich ganz genau, dass ich so nicht Leben möchte.
Gott sei dank, hatten wir immer ein Dach über dem Kopf und auch, wenn es manchmal sehr knapp wurde mit dem Geld hatten wir doch immer etwas zu essen auf dem Tisch.
Doch das Chaos zog sich zu durch in mir uns um mich herum.
Bis zu dem Punkt, indem ich beschlossen habe, in mir aufzuräumen.
Und das war gar nichtmal dieser bewusste Gedanke „Ich räume jetzt in mir auf“, sondern einfach ein Impuls, „ich möchte etwas ändern“, „ich möchte ein anderes Leben führen“.
Wie genau das andere Leben aussehen würde, das wusste ich nicht, aber ich wusste immer ganz genau, wie es sich anfühlt und genau dieses Gefühl hat mich bis zum heutigen Tag begleitet.
Heute schaue ich auf den Weg zurück den ich gegangen bin und ich wundere mich bis heute, wie ich das alles geschafft habe.
Tief in mir weiß ich, dass ich schon immer wusste, dass ich es schaffe, auch wenn es Jahre dauert all das Chaos in mir und um mich herum zu entwirren und Frieden in mein Wesen und meinen Geist einkehren zu lassen, wusste ich, dass es möglich ist.
Sowie ich wusste, dass ich es schaffe, weil es schon viele vor mir geschafft haben.
Ganz egal, woher sie sie kamen und was sie erlebt haben, ich habe viele Geschichten von Menschen gehört und gelesen, die ihr Leben auf wundersame Art und Weise umgekrempelt haben.
Und so, wie bei mir, war es bei ihnen auch der innere Impuls, die innere Entscheidung, die so stark ausgeschlagen hat, dass sie das weitere Leben auf positive Art und Weise geformt hat.
Die Herausforderung ist es dann meist in das hineinzuwachsen, was schon auf energetischer Ebene kreiert wurde, sodass wir wirklich das verkörpern, was wir Leben möchten.
Und so formt sich das Leben, oder die Erfahrung, die wir Leben nennen immer weiter und weiter und auch, wenn es Herausforderungen und Höhen und Tiefen gibt, sind die Tiefen nicht mehr so Tief und die Höhen können ihrer Schönheit vollkommen ausgekostet werden.
Entstanden ist ein inneres Gefühl von Stärke, Freiheit und Vertrauen.
Vertrauen in mich, das Leben und meine Fähigkeiten mit dem umzugehen, was mir im Leben begegnet.
Ich entscheide mich jeden Tag in tiefem vertrauen voran zu schreiten.
In tiefem vertrauen und tiefem Glauben an mich und an diese wunderbare Welt, die wir durch unsere Körper erleben dürfen.
Heute bin ich froh und Dankbar am leben sein zu dürfen.
Ich bin Dankbar, für den Weg, den ich gegangen bin.
Ich bin Dankbar für alles, was er mir gezeigt hat.
Und ich bin Dankbar für alles, was das Leben mir noch offenbaren wird.
Eine ganze Weile weile habe ich gebraucht, um wirklich den Mut zu haben mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und die Entscheidung zu treffen die volle Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen.
Ich weiß heute noch, dass ich wirklich große Angst davor hatte allein schon diese Entscheidung zu treffen, weil ich tief in mir auch wusste, was sie wirklich bedeutet.
Nämlich keine Ausreden mehr.
Kein unnötiges Gejammer mehr.
Keine Schuld mehr auf andere schieben.
Sondern wirklich die volle Verantwortung für mich und mein Dasein übernehmen, mit dem Wissen, dass ich es bin, die alles kreiert.
Ich bin die Schöpferin meines Daseins.
So erschaffe ich auch die Herausforderungen, oder Momente, die mich dazu einladen über mich hinaus zu wachsen und zu wieder einer größeren Version meines Selbst zu werden.
Doch auch heute gibt es noch Momente, in denen ich das kleine überforderte und ängstliche Mädchen in mir spüre.
Das kleine Mädchen, das nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.
Das Mädchen, was ihre Verankerung in der Welt verloren hat.
So schien es zu mindest.
So habe ich mich damals gefühlt.
Schwebend, ohne Halt und ohne Anker.
Doch trotzdem, war und bin ich immer mit meinem Ursprung verbunden, denn ich bin der Ursprung und ich bin das Feld, was die Materie formt.
Heute frage ich mich, ob diese Echos oder Nachwellen aus meiner Vergangenheit irgendwann ganz aushallen und sich wieder in das nichts auflösen, aus dem sie entstanden sind.
Nachdem ich so viel Arbeit mit meinen inneren Kindern gemacht habe, bin ich manchmal enttäuscht, wenn ich einen Flashback habe. Dann frage ich mich, wieso das passiert?
Wieso jetzt und was soll es mir zeigen?
Manchmal werde ich auch wütend, weil ich mir denke, die Vergangenheit soll mich doch endlich in Ruhe lassen.
Doch irgendwie in mir weiß ich, dass es immer einen Grund gibt, weshalb sich gewisse Themen im Leben offenbaren.
Und wenn ich offen bin und keine Angst davor habe, kann ich sogar deren Ursprung ergründen und vielleicht sogar auf einer tieferen Ebene Heilung erfahren.
Das ist jetzt leicht gesagt, aber in den Momenten, in denen ich mich wieder so klein und überfordert fühle, wie damals, da ist es manchmal schwer mich an meine wahren Fähigkeiten zu erinnern.
Das Thema erwachsen werden, hat sich in den letzten Monaten oft gezeigt, bzw. wurde es mir durch Aussagen im Außen gespiegelt.
Aussagen wie „es ist Zeit erwachsne zu werden, zu wachsen“, oder „du bist ja erwachsen“
Ja, das scheine ich wohl zu sein.
Aber, ob ich das wirklich in meinem tiefsten inneren schon bin?
Und was, wenn ich es gar nicht wirklich will?
Was, wenn ich gar nicht möchte, dass das Kind in mir erwachsen wird.
Erst in den letzten Jahren habe ich mich erinnert, wie es ist sich zu erlauben zu spielen und Spaß zu haben.
Ich habe die Hoffnung, dass ich beides schaffe, das Kind in mir zu erhalten, zu spielen und Spaß zu haben und in den Momenten, die es von mir verlangen Verantwortung zu übernehmen und mein Leben zu regeln, auch dies zu tun.
Mein Leben zu regeln.
Oft schaffe ich es auch, souverän zu sein und alles zu regeln.
Ich schaffe es sogar dabei ein gutes Gefühl zu haben.
Weil es sich eben auch schön anfühlt, seine Angelegenheiten selbst zu regeln.
Es fühlt sich schön an sich selbstbestimmt sein Leben zu gestalten.
Oder, um es nochmal anders zu sagen.
Es fühlt sich schön an erwachsen zu sein.
Es fühlt sich schön an sich zu erlauben zu spielen.
Aber im Großen und Ganzen bin ich es, erwachsen.
Und auch das Kind in mir darf Leben.
So geh ich weiter meinen Weg im Vertrauen darauf, dass ich immer das sein kann, was ich mich entscheide zu sein und darauf zu vertrauen, dass es genau das ist, was der Moment, oder die Situation gerade braucht.
Ich bin erwachsen.
Ich bin souverän.
Ich bin am Leben.
Ich küsse eure Herzen,
Janine

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